Samstagnacht begann eine neue Ära in der Zikkurat: In der ehemaligen Tonfabrik sollen ab sofort unter anderem auch zahlreiche Theater-, Konzert- und Comedy-Veranstaltungen stattfinden

Mechernich-Firmenich – „Ich möchte diesen Ort hier wieder mit Leben füllen, das ist mein Haupanliegen“, sagte der völlig abgekämpfte Geschäftsführer der Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat, Ramtin Khazdouzian, Samstagnacht gegen 23 Uhr. Was er zu dieser Zeit noch nicht wusste – da der offizielle Eröffnungsakt mit vielen Ehrengästen noch im vollen Gange war – war die Tatsache, dass sich draußen vor der neuen Veranstaltungshalle Z4 bereits eine gigantische Menschenschlange gebildet hatte. An die 4000 Leute aus der gesamten Region reisten an, um beim Neustart der ehemaligen „Tonfabrik“ dabei zu sein. Richtig ausgehungert nach Musik und Tanz schienen viele der brav Anstehenden zu sein. Auch wenn man mit Superlativen vorsichtig sein soll: für Khazdouzian und seine Crew war die Neueröffnung spätestens zu diesem Zeitpunkt ein Mega-Erfolg.

Bereits vom frühen Abend an gab es ein kleines Programm im Foyer der Z4, zu dem weit über 150 geladene Gäste gekommen waren, darunter beispielsweise auch der stellvertretende Landrat Manfred Poth, der Mechernicher Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick, die Ortsvorsteher von Obergartzem und Firmenich, Konrad Hamacher und Johannes Weisheit, und viele andere, die sich von Sabiene Jahn und Band mit Swing-, Jazz-, Pop- und Rockstücken in eine angemessene Eröffnungs-Stimmung bringen ließen.

„Wir haben zweieinhalb Monate mit dem ganzen Team und allen Firmen geschuftet; in die Z4 wurde unglaublich viel Herzblut investiert“, so Khazdouzian zu den Gästen: „Dass Sie so zahlreich erschienen sind, zeigt mir, dass Sie an uns glauben.“ So dann aber hatte Zikkurat-Betreiber Johann Josef Wolf das Wort. Er sehe sich, so sagte er, nicht so sehr als „Visionär“ wie man ihn zuweilen bezeichne, sondern weit mehr als Ideengeber. Dabei zitierte er scherzend Altbundeskanzler Helmut Schmidt: „Wer Visionen hat, der soll zum Arzt gehen.“ Wolfs Idee ist einfach: „In der Zikkurat sollen sich alle möglichen Menschen begegnen. Kultur, Kunst und Geschäfte sollen hier kein Widerspruch sein.“ In der Vergangenheit habe sich die Kulturfabrik immer wieder auf Dritte verlassen. „Ab jetzt nehmen wir unser Schicksal aber in die eigene Hand“, betonte Wolf, der sich dabei voll auf seinen neuen Geschäftsführer verlasse.

„Die Z4 ist mein Baby“, berichtete Ramtin Khazdouzian denn auch später an diesem Abend. „Es hat gerade erst angefangen zu krabbeln.“ Sein Wunsch sei es, dass die neue Veranstaltungshalle permanent belegt ist. Für jeden Gast müsse es hier etwas geben: Ob Comedy, Theater, Musik, aber natürlich wolle man auch weiterhin Tanzveranstaltungen für die jungen Leute anbieten. „Kultur und Kommerz sind kein Widerspruch, wir werden eine gesunde Mischung finden“, zeigte er sich zuversichtlich. Der 39-Jährige betonte, dass es nach einer kurzen Verschnaufpause, die er seiner Familie und vor allem seinem kürzlich geborenen Kind schuldig sei, direkt weitergehe. Es stünden schließlich noch große Aufgaben an, so beispielsweise das Hotel, aber auch die Kinderspielhalle. Besonders bedankte sich Khazdouzian für die bislang gute Zusammenarbeit mit der Stadt.

Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick zeigte sich seinerseits sehr erfreut darüber, dass der Betreiber Johann Josef Wolf erneut in den Standort Firmenich investiere. „Die Zikkurat ist ja heute schon ein Anlaufpunkt für viele Menschen weit über das Stadtgebiet hinaus“, sagte er. Für Mechernich sei eine solche Veranstaltungshalle mit einem großen Kulturprogramm einfach nur ein großer Zugewinn. Und auch für die jungen Leute sei es wichtig, einen Ort zu haben, wo man feiern und tanzen könne.

Willi Greuel von der Hilfsgruppe Eifel, der erstmalig die Oldienacht in die Zikkurat verlegen wird, war sehr angetan von der neuen Örtlichkeit. „Solche Männer wie Johann Josef Wolf bräuchten wir noch viel mehr in dieser Republik“, meinte er. Die neue Z4-Halle sei einfach „klasse“. Endlich verfüge man bei der Oldienacht über genügend Parkplätze und vernünftigen sanitären Einrichtungen.

In Augenschein nehmen durften diese schließlich auch die Gäste, nachdem Johann Josef Wolf das rote Band zerschnitten hatte. In buntes Licht getaucht erwartete die Besucher ein ganz besonderes Schauspiel: Fünf Tänzerinnen mit Schleiern sorgten für eine geheimnisvolle Stimmung. Eine von ihnen hatte einen Neon-Python über den Schultern liegen, mit dem sie einen Schlangentanz vorführte. Anschließend durfte jeder, der wollte, das mehrere Meter lange Tier einmal streicheln. Die Würgeschlange züngelte sich von Gast zu Gast und hatte trotz all der Prominenz keinerlei Berührungsängste. Später am Abend gab es dann noch eine Feuer-Show, bei der die Akteure mit brennenden Fackeln jonglierten.

Mit so vielen Gästen hatte niemand gerechnet. Die Firma, die für die Garderobe der Gäste verantwortlich zeichnete, war teilweise schlichtweg überfordert und sorgte bei der Herausgabe der Jacken und Mäntel für das ein oder andere Chaos. Ramtin Khazdouzian entschuldigt sich daher ausdrücklich für die Probleme. „Beim nächsten Mal haben wir das aber unter Kontrolle“, versprach er.

Weiteren Pressebericht zu diesem Thema:

„Z4 die neue Party-Adresse“ - Kölnische Rundschau (PDF-Datei)


pp/Agentur ProfiPress vom 16.11.2009